Ein durchschnittlicher Arbeitnehmer hat bis zum 7. Juli nur für die Staats- und Sozialkassen gearbeitet. Erst ab heute fließt der Verdienst in die eigene Tasche, so aktuelle Berechnungen des Bundes der Steuerzahler.
Rein rechnerisch fließen nach diesen Berechnungen in diesem Jahr 51,73 % vom Einkommen der Bürger und Betriebe über Steuern und Sozialabgaben an den Staat ab. Daraus lasse sich errechnen, dass ein durchschnittlicher Arbeitnehmer bis zum 8. Juli, 07.57 Uhr, arbeiten musste, um diese Quote zu erwirtschaften. .
Gegenüber dem Vorjahr hat sich der alljährliche "Steuerzahler-Gedenktag" um fünf Tage nach vorn verschoben, denn 2007 war er auf den 13. Juli gefallen. Durch niedrigere Beiträgen zu den Sozialkassen sowie der Steuersenkung für Unternehmen ist es zu einer leichten Entlastung bei der Steuer- und Abgabenlast gekommen. Diese Schritte sind aber nach Ansicht des Steuerzahlerbundes "bei weitem nicht ausreichend".
Für das laufende Jahr geht der Steuerzahlerbund aus derzeitiger Sicht davon aus, dass Steuern und Sozialbeiträge etwas langsamer steigen als das Volkseinkommen. Bei den Steuern ist dies vor allem durch die zu Jahresbeginn in Kraft getretene Reform der Unternehmensbesteuerung bedingt. Der Anstieg beim Aufkommen aus Sozialbeiträgen wird 2008 durch die leicht sinkenden Beitragssätze zur Sozialversicherung gebremst. So ist der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung zum 01.01.2008 um 0,9 % auf nunmehr 3,3 % gesenkt worden. Allerdings ist der Beitragssatz zur Pflegeversicherung zum 01.07.2008 um 0,25 % angehoben worden und auch bei der Gesetzlichen Krankenversicherung ist für das laufende Jahr ein um etwa 0,2 % höherer durchschnittlicher Beitragssatz zu erwarten. Insgesamt liegt der Gesamtbeitragssatz zur Sozialversicherung 2008 daher um etwa einen halben Prozentpunkt unter dem Vorjahreswert.
Die Politik ist regelmäßig empört über den Gedenktag und wirft dem Steuerzahlerbund unseriöse Berechnungen vor. Aber auch Ökonomen kritisieren die Quote. Es wird darauf verwiesen, dass die Beitragszahler für ihre Einzahlung in die Sozialkassen konkrete Gegenleistungen erhalten.